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Ort der Erinnerung auf Schwarzegg :: 03.06.2010

SEGNUNGSFEIER: Historischen Platzwiederbelebt –Mauerreste von Sommerfrischhaus und Kapelle freigelegt undWegkreuz errichtet

AFING (br). Die Klänge der Afinger Böhmischen hallten durch den Wald und kündigten den besonderen Anlass von weitem an: Ein Ort der Erinnerung  oberhalb des Waldnerhofs auf Schwarzegg, wo ehemals Kapelle und Sommerfrischhaus standen, wurde feierlich gesegnet.
Nur noch Mauerreste und ein Steinhaufen zeugen von den 1801 errichteten Gebäuden, die der damalige Bozner Kooperator Georg Eisenstecken zusammen mit einem Lehrerehepaar errichten ließ. Grundbesitzer war der Mairwirt von Afing, dem auch der Waldnerhof gehörte.
Heimatpfleger Richard Furggler erinnert sich: „Ich bin hier aufgewachsen und schon uns Kindern hat man immer von diesem Sommerfrischhaus und der Kapelle erzählt. “ Jetzt ging er derGeschichte genauer auf den Grund und belebte den Ort neu.

Unterstützt wurde Furggler dabei vom Bruder und Grundbesitzer Karl, den Jenesier Schützen und dem Heimatpflegeverband. Der Mauerrest wurde freigelegt, ein Bildstock errichtet und eine Schautafelmit den Informationen zum Ort der Erinnerung angebracht. „Hier wurde ein Stück Geschichte in die Gegenwart zurückgeholt, dafür gebührt euch großer Dank“ , sagte Bürgermeister Paul Romen im Rahmen der Feier , zu der Jenesier und Sarner imWaldstück nahe der Gemeindegrenze zusammengekommen waren. Auch Abordnungen der Jenesier und der Grieser Schützenkompanie fanden sich ein.


„Dekan Georg Eisenstecken konnte sich hier nicht nur erholen und für die Nachbarschaft Gottesdienste halten, sondern auch vor den Verfolgungen der Feinde Zuflucht nehmen“ , sagte Paul Bacher , Landeskommandant und Ehrenhauptmann der
Schützenkompanie Gries. Er er innerte auch an Eisensteckens Bruder Josef, den Adjutant und Stellvertreter Andreas Hofers.


„Solche Orte der Erinnerung sollen wieder bekannt gemacht werden; erst wenn man die Botschaften kennt, gewinnen sie an Wert“, betonte Peter Ortner , Obmann des Heimatpflegeverbandes. Seinen Dank für das Stück wiedergewonnene Kultur sprach
auch Afings Fraktionsvorsteher Walter Nikolaus aus, bevor Pfarrer Peter Stuefer den Ort der Erinnerung mit dem neuen Wegkreuz segnete.

 

Ort der Erinnerung und Besinnung eingeweiht.

In der Abgeschiedenheit abseits von Trubel und Hektik, weit weg vom Weltgeschehen wurde am 31.5.2010 im Rahmen des Gedenkjahres 2009-2010 ein Wegkreuz gesegnet, das an ein kleines Kirchleins mit angrenzendem Sommerfrischhaus des Dekans und Kooperators Georg Eisenstecken - ein Bruder des bekannten Schützenmajors Josef Eisenstecken erinnern soll.

Folgender Bericht wurde uns vom Heimatpfleger Herrn Richard Furgler/Moar aus Afing zur Verfügung gestellt.

An der Grenze zwischen den Gemeinden Jenesien und Sarntal, tausend Höhenmeter über Bozen und am Weg vom Schwarzegg nach Vormeswald, weisen mitten im Wald oberhalb des Waldnerhofes ein paar Mauerreste auf ehemalige Baulichkeiten hin. Die mündliche Überlieferung weiß von einem verfallenen Kirchlein zu berichten.

Vor 70 Jahren hat P. Ambros Trafojer vom Kloster Muri Gries bei seinen Nachforschungen Wesentliches herausgefunden (1).

„Wenige Schritte vom Hof entfernt liegen die Ruinen eines alten Kirchleins, das einmal hier gestanden. Nur ganz alte Leute erinnern sich, noch einige Mauern aufrecht stehen gesehen zu haben. Ein Achzigjähriger erzählte, er habe als junger Bursche noch eine Mauer umwerfen geholfen.

An der Kapelle war ein Wohnhaus für den Geistlichen, das „Herrenhaus“, angebaut. Um ganz herum lief eine Ringmauer zum Schutze gegen das Weidevieh.

Eine fünf Minuten wegeinwärts gelegene kühle Quelle heißt heute noch das „Herrenwasserle“.

Es muss also hier einmal ein Geistlicher gehaust haben, der der Sommerfrische wegen hier oben Messe las.  Die Kapelle selbst war ganz klein, dürfte aber mit der Wohnung des Geistlichen in Verbindung gestanden sein und deshalb auch für die Bewohner der umliegenden Höfe von Schwarzegg und Vormeswald etwas Platz geboten haben.

Das Kirchlein mag den Leuten wohl sehr gelegen gewesen sein, da viele einen Kirchgang von zwei Stunden  nach Afing oder Sarntal zu machen hatten.

Durch seine Erkundigungen (2)stieß P. Ambros noch auf weitere Details. So konnte er in Erfahrung  bringen, dass ein Pfarrer Eisenstecken aus St. Pauls hier in der Sommerfrische war und Messe gelesen hat. Weiters konnte ihm ein alter Afinger berichten, dass die beiden Glöcklein ins nicht allzu weit entfernte - im Jahre 1822 erbaute Heilig-Kreuz-Kirchlein von Putzen im Sarntel gebracht wurden.

Nach all den Nachforschungen kommt P. Ambros dann auch zur Aussage: „Aus allem zu schießen, dürfte das Kirchlein etwas um die Wende des 18. Jahrhundert gebaut und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder aufgelassen worden sein“ (3).

Inzwischen konnte das was P. Ambros herausgefunden hat bestätigt werden. Frau  Rosa Bassi Stocker hat im Zuge der Arbeiten zur Höfegeschichte der Gemeinde Jenesien in den Fachbüchern den genauen Hergang zur Baugeschichte des Kirchleins rekonstruiert (4). Sie schreibt: „ Im Jahr 1801 überlässt der Mairwirt dem Herrn Georg Eisenstecken, zu der Zeit Kooperator an der Pfarrkirche Bozen, ein Stück öden Grundes außerhalb des Wiesenzaunes beim Waldner zum Bau eines kleinen Sommerfrischhauses: 40 Schuh im Quadrat. Der geistliche Herr baut zusammen mit dem Lehrer Joseph Pelhamer und dessen Frau Theres Wiederhofer, - alle drei haben Wohnrecht auf Lebensdauer.

Der Mairwirt gibt Bauholz, Steine und Lehm und gewährt Brenngholzrecht; er verlangt kein Kaufgeld, aber nach dem Tod aller drei berechtigten Benutzer soll das Haus an den Waldnerhof zurückfallen, gegen eine Ablössumme von 300  Gulden.

Schon im Jahr 1818 ist es soweit. Herr Georg Eisenstecken ist 1814 als Dekan und Pfarrer in St. Pauls im Alter von nur 39 Jahren an Lungenentzündung gestorben, die Pelhamer verzichten auf ihr Genussrecht. Die Eisenstecken-Erben fordern die 300 Gulden Ablöse ein.

Unter den Erben ist auch der k.k. Major Josef Eisenstecken, der Badlwirt, an den das kleine Denkmal auf der Grünanlage am Grieser Platz erinnert. Um auch in der Sommerfrische  Messe lesen zu können, hatte sich Georg Eisenstecken an seinem Sommerfrischhaus eine kleine Kapelle errichtet. Inzwischen ist beides, Sommerfrischhaus und Kapelle, längst abgekommen.

Diesen Platz haben auch der Heimat- und Volkskundler Luis Oberrauch und er Ur-Ur-Enkel von Major Eisenstecken erkundet (5). Dabei konnte Ersterer auch die Geschichte von der Sommerfrische und den Zufluchtsort des Pfarrers Georg Eisenstecken in Erfahrung bringen. So wurde ihm vom damaligen Stallnerbauer und dessen Bruder, dem Hochwürden Herrn Alois Kofler, Pfarrer von Steinegg, erzählt, dass Georg Eisenstecken in den Kriegsjahren von 1809 in die Waldeinsamkeit zum Waldner flüchten musste. Dabei nahm er auch den Sohn des damals flüchtigen Bruders Josef - Baldwirt und Schützenmajor mit, um ihn in Sicherheit vor den Feinden zu bringen. In der Überlieferung der Vormeswaldner ist das Alter des Buben mit zwölf angegeben. Es muss sich aber um den am 13.9.1806 geborenen Josef Georg Eisenstecken handeln, der bei der Flucht seines Vaters Josef im Jänner 1810 noch nicht einmal vier Jahre alt war. - Durch die lange Zeit, über welche die Überlieferung mündlich weiter getragen wird, können sich doch, wie man sieht, kleine Fehler einschleichen.

Wie es zu dieser Flucht mit dem Badlwirtsknecht Martin Tscholl kam, wird von Granichstädten-Czerva (6)genau geschildert. „ Als die Franzosen den gefangenen Hofer von Meran nach Bozen führten, musste, über Befehl des Eskorte-Kommandanten, der armselige Brodwagen, auf dem Hofer saß, am 29. Jänner 1809, bei der Talfer-Brücke Halt machen, da man den Sandwirt zu Fuß, im Triumph, als Gefangenen in die Stadt führen wollte. Viele Leute stellten sich bei der Talfer-Brücke auf, um Hofer zu sehen, darunter aus dem nahen Bald-Wirtshause auch der kleine, kaum vierjährige Josef-Georg Eisenstecken. Als Hofer den aufgeweckten Jungen erblickte, hob er ihn zu sich und küsste ihn mehrmals. Dann stellte er ihn wieder auf den Boden mit den Worten: “Grüß mir deinen Vater“! Der Kleine lief ins Haus zurück, Tscholl ahnte aber nicht Gutes und rannte mit dem Kinde noch am selben Tage nach Afing, wo er ihn in einem Bauernhof im Vormesswalde versteckte. Kaum war Tscholl mit dem Söhnchen seines schon auf der Flucht nach Wien begriffenen Herrn aus dem Hause, ließ der Eskortekommandant, nachdem er erfahren, wessen Kind Andreas Hofer geküsst hatte, das ganze Badlwirtshaus von oben bis unter durchstöbern. Als seine Leute ihm meldeten, den gesuchten kleinen Eisenstecken, den die Franzosen gern als Geisel für den geächteten Vater mitgenommen hätten, nicht gefunden zu haben, zog dieser fluchend ab.

Martin Tscholl war den Badlwirtsleuten viele Jahre lang ein treuer untergebener Knecht. Von 1807 bis 1814 diente er beim Pfarrer Georg Eisenstecken, dann bis zum Tode im Jahre 1860 beim Major Josef Eisenstecken und auch bei dessen Sohn Josef Georg und beim Enkel Josef Alois. Dieser ließ ihm nach dem Tode am 8. Juni 1860 in Gries neben dem Grabmal des Majors ein kleines Monument mit folgender Überschrift anbringen (7), das heute noch am alten Grieser Pfarrfriedhof zu sehen ist:

„Durch dreiundfünfzig Jahre schlicht und recht,

war Martin Tscholl im Badl treuer Knecht.

Und suchte stets des Hauses Willen,

Genau und freudig zu erfüllen.

War Jahr für Jahr und Tag und Nacht,

nur auf desselben Wohl bedacht.

Und fand des Lebens höchste Weihe

im Gottesfurcht und edler Treue.

Er wird fürs lange treue Walten,

von Gottes Hand den Lohn erhalten“.

 

Pfarrer und Dekan Georg Eisensteckenwurde am 12. April 1775 in Mühlbachl bei Matrei am Brenner geboren. Er wurde als Erstgeborener Prieser - und im Jahre 1800 Kooperator in Bozen. Mit 1. Juli 1809 erhielt er auf Fürsprache seines Bruders Josef, vom österreichischen Intendanten Josef von Hormayr, die Ernennung zum Pfarrer von St. Pauls/Eppan.  Als Bruder des bekannten Freiheitskämpfers wurde er von den feindlichen Soldaten verfolgt, musste im August 1809 er in der Nacht fliehen und versteckte sich unter einem Maisstrohschober.

Am 15. August 1813 brachte ihn sein Bruder Josef heimlich nach Brixen in Sicherheit. Dies entging den Behörden im damaligen Königreich Italien nicht, sodass der Vize-Präsident des Bozner Bezirkes den Referenten für die religiösen Angelegenheiten aufforderte, alle Pfarrpfründe des Pfarrers einzuziehen.

Am 13. Oktober 1813 konnte er an das Landeskommisiarat in Innsbruck  berichten, dass er am Vortage endlich wieder in der Pfarrgemeinde zurückgekehrt war und voller Jubel angenommen worden war (8).

Am 4. November 1814 starb Georg Eisenstecken infolge einer Lungenentzündung und wurde am damaligen Friedhof neben der St. Paulser Kirche in der Gruft der Familie Franzin-Zinnenberg beigesetzt.

Am heutigen Friedhof befindet sich noch eine Gedenktafel für einige H.H.Pfarrer des Ortes, auf der auch Georg Eisenstecken genannt ist.

Die italiensich-französische Regierung löste 1810 die Kapuzinerklöster von Bozen und Neumarkt, aber auch jenes von Eppan auf.

In dieser schweren Zeit stand Dekan Eisenstecken den Patres hilfreich bei. „Er war der Meinung, dass die italienisch-französische Herrschaft in Südtirol von keiner langen Dauer sein werde. Auch wollte er die Kapuziner für seine Gemeinde nicht für immer verlieren und suchte die Möglichkeit einer späteren Rückkehr offen zu halten, indem er sich für die Erhaltung von Kloster und Kirche eifrig bemühte. Gleich nach Bekanntwerden der Aufhebung des Klosters richtet er ein Gesuch an die Behörden, ihm die Benützung der verlassenen Klosterkirche zum Gottesdienst für die Fraktion St. Michael zu gestatten. Diese Bitte fand Erhörung und schon Ende Oktober 1810 wurde der Gottesdienst von der kleinen Expositurkirche in die größere Kapuzinerkirche verlegt. Gleichzeitig konnte Dekan Eisenstecken den Verkauf von Kloster und Garten verhindern. Dafür wurden diese Objekte an die Gemeinde verpachtet. Ins Klostergebäude verlegte man die Schule, während der Garten einen Unterpächter fand. Die Hauseinrichtung und die Bibliothek wurden versteigert, die Kirchen- und Sakristeisachen aber bleiben unversehrt. Durch ein Dekret der königlichen Präfektur in Trient vom 17. Oktober 1810 wurde der Bürgermeister von Eppan zur provisorischen Übergabe aller Kirchen- und Sakresteieffekten an Dekan Eisenstecken delegiert. Die Übergabe fand am 23. Oktober statt. Sogar die Legate für die Kirchenbedürfnisse wusste Eisenstecken zu retten“(9).

Nach der Vertreibung der Franzosen aus Tirol im Jahre 1813 kehrten die Kapuziner wieder zurück und wurden, von Dekan Eisenstecken, wie vorher auch, als Aushelfer und Kooperatoren in Eppan eingesetzt. Auch bei allen weiteren Schwierigkeiten der Wiedereingliederung stand ihnen Dekan Eisenstecken hilfreich zur Seite. Nach seinem Tode 1814 allerdings tauchten für die Kapuziner Probleme verschiedener Art auf.(10)

Dem Sterbebuch von St.Pauls kann man folgende Eintragung entnehmen (11): „ Herr Georg Eisenstecken Dechant und Pfarrer allhier von Bozen gebürtig (12). Todesursache Lungenentzündung, gestorben am 4. November um 12 Uhr Nachmittag in St. Pauls, 39 Jahre alt. Beerdigung am 6. November in St. Pauls.

Im Register der Diözese Trient scheint Georg Eisenstecken ebenso auf (13): Eisenstecken, Giorgio da Bolzano (nel 1803 aveva 28 anni). Catalogus 1803-23.

 

Josef Eisenstecken – Badlwirt und Major (1779-1827) (14)

In Matrei am Brenner geboren, zog mit seiner Familie nach Bozen, wo er die Schule besuchte.

In den Jugendjahren war Josef Eisenstecken Laufbursche des Bozner Großhandlungshauses Gumer (15).

Beim Einmarsch der Franzosen 1796 meldet er sich als Freiwilliger zum Tiroler Scharfschützenkorps unter Oberst Luth in den österreichischen Militärdienst, den er nach neun Jahren als Feldwebel - ausgezeichnet mit der silbernen Tapferkeitsmedaille verließ. Wirtschaftlich ebenso klug wie militärisch tapfer und besonnen, brachte er es bald zu Wohlstand. Im April 1802 konnte er mit dem ersparten Geld das Badlwirtshaus in der Nähe der Talferbrücke in Bozen - auf Grieser Seite- erwerben und heiratete im selben Jahr Therese Oberrauch, die tüchtige und ob ihrer Schönheit bekannten Tochter des Eisenhut-Wirtes in der Bozner Bindergasse. Ab 1805 wurde sein Gasthaus zum Sammelpunkt der österreichischen Patrioten von Bozen und Umgebung. Anfang März 1809 trafen sich die beiden Wirte - Andreas Hofer und Josef Eisenstecken - zu einer denkwürdigen Unterredung im Gasthaus „Zum kalten Keller“ in Barbian. Hofer weihte dabei Eisenstecken in alle Vorbereitungen, Pläne und Geheimnisse zum Losschlagen ein. Als der Widerstand gegen die bayrische Herrschaft anwuchs, stand auch er zum Aufbruch bereit.

Seine militärische Ausbildung und der gute Kontakt zum Militär kamen ihm in den Tiroler Freiheitskämpfen sehr zugute. Er zeichnete sich durch Kühnheit und Unerschrockenheit in den Kämpfen aus. Wegen seiner Tapferkeit und Fähigkeiten wurde er Adjutant, Stellvertreter und militärischer Berater Andreas Hofers, und schließlich zum Major der Landesschützen ernannt. Seinem diplomatischen Geschick und vor allem seiner Redsamkeit war es zu verdanken, dass Anfang Mai 1809, als der österreichische General Boul den Befehl erhielt, mit dem Militär die Brennerschanze zu verlassen und nach Österreich abzuziehen, trotzdem ein Teil nicht abzog und den Schützen Beistand leistete. Gleichzeitig bot Eisenstecken alles auf, um die Zahl der Schützen zu verstärken, und trug in der zweiten Schlacht am Bergisel als Kommandant im Zentrum - am 25. und 29 Mai vor allem mit den Meranern und Passeirern wesentlich zum Sieg bei.

Als Eisenstecken dann vom Waffenstillstand von Znaim (12.Juli 1809) zwischen Österreich und Napoleon erfuhr und die Franzosen wieder Innsbruck besetzten, ließ er sich von Hormayr überreden, nach Österreich zu fliehen.

Über diesen „Abfall“ seines Adjutanten war Hofer schwer enttäuscht und zürnte Eisenstecken für längere Zeit.

In Österreich war Eisenstecken teils im kaiserlichen Hoflager, teils im Hauptquartier Erzherzogs Johanns tätig und wurde vor allem für Kurierdienste eingesetzt, fehlte aber auf diese Weise in der Augustschlacht am Bergisel.

Im September erhielt er den ehrenvollen Auftrag, Andreas Hofer die Ehrenkette und 3000 Golddukaten des Kaisers zu überbringen. Es war ein risikoreiches Unternehmen, durch die vom Feinde besetzten Länder Österreichs, über Jöcher und einsamen Bergwege – die 3000 Golddukaten allein hatten schon ein Gewicht von über 10 Kilo – Tirol zu erreichen. Hofer wollte ihn zunächst nicht empfangen, aber bald folgte die „Aussöhnung“ der beiden Kampfgefährten von früher. In der Folgezeit übertrug Hofer an Eisenstecken den Oberbefehl über die Landesverteidigung in Südtirol mit Sitz in Bozen. In diesen Tagen erwarb sich Eisenstecken besondere Verdienste dadurch, dass er Uneinigkeiten und Streit unter den Hauptleuten schlichtete, die Zahl der Landesverteidiger verstärkte, von Salurn aus die feindlichen Pläne durchkreuzte und Bozen mit der weiteren Umgebung vor Plünderungen und Brandschatzung bewahrte

Auch nach seiner Flucht nach Österreich im Jahre 1810, galt sein Einsatz der Heimat, besonders bei den Kämpfen im Jahre 1813. Nach und nach und endgültig nach dem Wiener Kongreß (1814/1815) wurde Tirol von der Fremdherrschaft der Bayern, Franzosen und Italiener befreit und konnte zum österreichischen Kaiserreich zurückkehren.

Eisenstecken bewährte seine militärischen Fähigkeiten, nicht nur bei den Schützen sondern auch als er reguläres Militär unter sein Kommando bekam.

Im Rang eines k.k. Majors ist daher sein Name unzertrennlich mit der Befreiung Tirols von fremder Herrschaft verbunden.

Nach Beendigung der Kämpfe kehrte Eisenstecken nach Hause in sein Grieser-Badlgasthaus zurück, wo er dann im Alter von 48 Jahren - am 1. Mai 1827 starb und auf dem Pfarrfriedhof in Gries begraben wurde.

Heute noch erinnert der Grabstein dort an ihn, seiner Frau und seinem Sohn.

Beda Weber reiht ihn ganz vorne ein in der Hierarchie der Freiheitskämpfer (16): „Er war des Sandwirths vorzüglicher Vertrauter, besonders in der letzten Hälfte des Jahres 1809 und bewies in den verhängnisvollsten Augenblicken stets Klarheit und Fassung. Furcht kannte er nicht, und persönliche Tapferkeit riss ihn oft weiter als es seinen Führern gut sein mochte. 

Alfred Graf Wickenburg hat 1893 in seinen Gedichten „Tiroler Helden“ - Josef Eisenstecken folgende Schlussstrophe gewidmet.

„Heim durfte er wieder kehren - und hieß der Major.

Er blieb der Wirt in Ehren – der schlichte wie zuvor.

Ein Mann war´s ohne Flecken – er war so wie er hieß.

Ein rechter Eisenstecken – der Badlwirt von Gries“.

Quellenverzeichnis

 

  1. Ambros Trafojer „ein ganz verfallenes Krichlein – (der

           Schlern 1913 S.270).

  1. Ambros Trafojer, a.a.O. S.271
  2. Ambros Trafojer, a.a.O. S.271
  3. Dankenswerterweise von Frau Brassi –Gemeindebuch

           Jensien - zur Verfügung gestellt.

  1. Luis Oberrauch Einsiedelei- Schlern 1987 S.708
  2. Granichstädten-Cerva (Tiroler Landesschützen-Mjr.

           Eisenstecken Innsbruck 1940, S.64-65)

  1. Granichstädten-Cerva a.a.O.S.65
  2.        „                  „     a.a.O.S. 66/67
  3. Josef Oberhollenzer, die Kapuziner in Eppan (Schlern

           1973 S. 506)

  1. Josef Oberhollenzer, a.a.O.S. 507
  2. Lfd. Nr. 102 folio 58
  3. Mühlbachl könnte nicht stimmen, da andere Unterlagen

           den Geburtsort anführen

  1. P. Remo Stenico: Sacerdoti della diocesi di Trento
  2. Granichstädten-Cerva J.Eisenstecken-Tiroler

           Landesschützenmajor 1809 Innsbruck 1940

  1. Schützenmajor Hanns Auer, Tiroler Schützenzeitung 1984
  2. Beda Weber, die Stadt Bozen 1849 Bozen, 1987 S.227

Datei anzeigen Ort der Erinnerung und des Gedenkens.pdf

SEGNUNGSFEIER: Historischen Platzwiederbelebt –Mauerreste von Sommerfrischhaus und Kapelle freigelegt undWegkreuz errichtetPater Peter Stuefer, Astrid Santoni, Paul Bacher,Werner Wenighofer, Peter Ortner, Bürgermeister Paul Romen und Walter Nikolaus. Ein historischer Platz in schöner Naturlandschaft

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